Wer sollte sich impfen lassen?
Jedes junge Mädchen und jede Frau kann sich gegen bestimmte Humane Papillomviren impfen lassen. In der Regel führen Frauenärzte, Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte diese Impfung durch. Den größten Nutzen von der Impfung haben Mädchen, die noch keine sexuellen Kontakte hatten – sich also noch nicht mit HP-Viren infizieren konnten. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) deshalb die Impfung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Kosten für die HPV-Impfung dieser Altersgruppe werden – wie bei Standardimpfungen üblich - von allen Krankenkassen übernommen. Aber auch für Frauen über 18 kann die Impfung sinnvoll sein. In Einzelfällen übernehmen die Krankenkassen hier die Kosten – nachfragen lohnt sich.
Impfung – und was dann?
Die HPV-Impfung wirkt gegen die beiden aggressivsten Viren-Typen, die 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs auslösen. Einer der beiden verfügbaren Impfstoffe kann zusätzlich Genitalwarzen vorbeugen. Weil die Impfung aber nicht alle HPV-Typen abdeckt, bleibt auch nach der Impfung die jährliche Teilnahme an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung ab dem 20. Lebensjahr wichtig. Jede Frau sollte die Chance zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung nutzen.
HPV-Impfung: So geht’s
Für eine vollständige Impfserie sind drei Einzelimpfungen innerhalb von zwölf Monaten nötig. Geimpft wird in die Muskulatur des Oberarms.
Manche Menschen sind aufgeregt, oder haben Angst vor einer Spritze. Deshalb ist es ratsam, darüber mit dem Arzt zu sprechen und sich z. B. im Liegen impfen zu lassen.
Praktische Tipps für den Impftermin:
- Impfpass nicht vergessen.
- Eine leichte Temperaturerhöhung oder eine Infektion der oberen Atemwege (zum Beispiel eine Erkältung) ist kein Grund, die Impfung zu verschieben.
Für alle, die schon beim Anblick einer Spritze sehr aufgeregt sind:
- vor dem Impftermin ausreichend essen und trinken
- bei der Impfung sitzen oder liegen
- nach der Impfung nicht zu schnell wieder aufstehen
Sind die Impfstoffe sicher?
Impfstoffe werden erst zugelassen, wenn sie in einem gesetzlich vorgeschriebenen, umfangreichen Programm auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit geprüft worden sind. Der Impfstoffhersteller muss den für die Zulassung zuständigen Behörden umfangreiche Studiendaten vorlegen. Die HPV-Impfstoffe wurden umfassend und erfolgreich auf ihre Sicherheit geprüft.
Wenn die Impfstoffe auf dem Markt sind, werden sie weiterhin in einem von den Zulassungsbehörden festgelegten Überwachungsprogramm genau beobachtet. Zusätzlich melden die Ärzte von ihnen beobachtete Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen. Die Impfstoffhersteller sind verpflichtet, den Behörden regelmäßig Berichte zur Sicherheit vorzulegen.
HPV-Impfung: Nebenwirkungen
Im Anschluss an die Impfung kann es zu Nebenwirkungen kommen – wie bei anderen Impfungen auch. Meistens handelt es sich um Hautreaktionen wie Rötungen und leichtes Brennen an der Einstichstelle, manchmal kommt es zu einer vorübergehenden Temperaturerhöhung und Kopfschmerzen. Das sind normale Reaktionen des Körpers und Ausdruck der Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff.
Die beiden verfügbaren HPV-Impfstoffe lösen den gewünschten Impfschutz aus, können aber die Krankheit, die sie verhindern sollen, selbst nicht hervorrufen.
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