Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs kann nur entstehen, wenn sich eine Frau irgendwann vorher mit bestimmten Humanen Papillomviren – kurz „HPV“ - infiziert hat. Zum Glück führt umgekehrt nicht jede Infektion mit HPV auch zu einer Krebserkrankung.  Der Hauptübertragungsweg für die Viren ist der Geschlechtsverkehr, aber bereits beim Petting können die Viren übertragen werden. Junge Frauen und Männer können sich somit schon bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen mit HPV anstecken. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, ohne dass die Infektion Beschwerden verursacht oder bei Frauen Gebärmutterhalskrebs entsteht.

Glücklicherweise macht das menschliche Immunsystem die Viren in den meisten Fällen unschädlich. Bleibt die Infektion von Zellen des Gebärmutterhalses mit HPV aber dauerhaft (und das heißt über Jahre hinweg) bestehen, dann können sich diese Zellen krankhaft verändern. Wenn es das menschliche Immunsystem auch in diesem Stadium nicht schafft, die Viren unschädlich zu machen, können sich Krebsvorstufen bilden. Aus diesen Vorstufen (Präkanzerosen) kann sich schließlich Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Der Gebärmutterhals: Anatomie und Bedeutung

Der Gebärmutterhals bildet das untere Drittel der Gebärmutter und verbindet diese mit der Scheide. Zwischen dem äußeren und dem inneren Teil des Gebärmutterhalses liegt ein Übergangsbereich, der sehr anfällig für Infektionen ist – unter anderem für Infektionen mit HPV.

Der Gebärmutterhals hat vor allem während einer Schwangerschaft eine wichtige Funktion: Er ist bis kurz vor der Geburt des Kindes fest verschlossen und hält das Kind in der Gebärmutter; gleichzeitig schützt der Gebärmutterhals das ungeborene Kind auch vor Infektionen aus der Scheide. Operative Eingriffe am Gebärmutterhals – wie sie bei der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs oder Vorstufen davon oft nötig sind – können die natürliche Funktion des Gebärmutterhalses einschränken – Folge: für Betroffene erhöht sich z.B. das Risiko einer Frühgeburt bei späteren Schwangerschaften.

Gebärmutterhalskrebs und Früherkennung

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich normalerweise schmerzlos oder andere besondere Anzeichen. Zwischen einer Infektion mit HPV und dem Auftreten der Erkrankung kann ein langer Zeitraum von mehreren Jahren bis sogar Jahrzehnten liegen. Deshalb bemerken Frauen die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Um krankhafte Veränderungen wie z.B. solche Krebsvorstufen so früh wie möglich zu entdecken, gibt es die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt. Dabei gilt: Je früher auffällige oder krankhafte Zellveränderungen im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung entdeckt werden, desto größer die Chance für eine frühzeitige Behandlung.

Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs

In Deutschland erkranken jedes Jahr zwischen 5000 und 6000 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, rund 1600 sterben hierzulande jährlich an dieser Krebserkrankung.

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